Tool 2 von 7 · Kostenlos

Kompression hören lernen.

Kompression ist eine mächtige Mixing-Disziplinen – doch wie viel Kompression ist in der Praxis notwendig? Wenn du ein Gespür dafür hast, wie du deinen Kompressor richtig einstellst, triffst du beim Mixen sofort bessere Entscheidungen. Dieser kostenlose Trainer schärft genau dieses Gehör.

Kostenlos Ohne Anmeldung A/B-Vergleich Im Browser Übe mit eigenen Soundfiles
Der Trainer

Starte dein Comp-Training.

Wähle zwischen verschiedenen Audiospuren aus oder lade dein eigenes Soundfile hoch. Lerne das Verhalten von Ratio, Attack und Release bei Audiokompressoren kennen. Wähle dabei aus verschiedenen Modi und Schwierigkeitsstufen. Deine persönliche Challenge: Wiederhole dein Ohr-Training bis du es drauf hast. Mit etwas Übung klappt’s recht schnell.

Anleitung

So holst du das Maximum aus dem Kompressor-Training heraus.

Drei einfache Regeln, mit denen du in jeder Übungseinheit echte Lernfortschritte machst.

01

Höre auf das Drumherum.

Kompression macht oft erst hörbar, was vorher leise war: Hallfahnen, Atmen, Saiten-Geräusche, Raum. Achte gezielt auf diese leisen Details – sie verraten dir wie stark ein Audiosingal komprimiert wurde.

02

A/B-Vergleich. Aus, an, aus, an.

Schalte ständig zwischen komprimiert und unkomprimiert hin und her. Frag dich konkret: Wie stark sind die lauten Passagen im Vergleich leiser geworden? Klingt es knackiger oder weicher? Fängt es plötzlich zu pumpen an? Genau dieses bewusste Vergleichen trainiert dein Gehör schneller als jede Theorie.

03

Vom Extremen ins Feine.

Nutze den Sondermodus – denn hier kannst du selbst Kompressoreinstellungen ausprobieren: Starte mit extrem kleinen und großen Einstellungen bei Ratio, Attack und Release. So lernst du schnell, wie bestimmte Kompressoreinstellungen klingen. Erst wenn du „Kompressionsverhalten“ sicher erkennst, gehe auf die feineren Zwischenstufen.

Worauf achten?

6 Anzeichen, an denen du Kompression sofort erkennst.

Beim Training hilft dir dieses Schnellraster — wenn du eines davon bewusst hörst, ist Kompression im Spiel. So einfach – und doch manchmal auch nicht.

01

(Sidechain-)Pumping & Breathing

Der Mix atmet rhythmisch mit dem Beat. Klassisch bei Sidechain-Kompression. Auch zu schnelle Releasezeiten erzeugen ein „Pumpen“ – meist unerwünscht.

Hörbar: bei jedem Kick-Hit „duckt“ sich der Mix weg.
02

Verlust von Punch

Der Anschlag-„Snap“ verschwindet. Drums klingen weicher, weniger transient. Klassisches Zeichen für zu schnelle Attackzeiten.

Hörbar: Snare verliert ihren Crack.
03

Sustain-Anhebung

Leise Nachklänge werden plötzlich präsent. Hall, Raum und Tail sind hörbarer als vorher – obwohl niemand am Reverb gedreht hat. Der Kompressor begrenzt die Dynamik, leise und laute Passagen rücken zusammen.

Hörbar: der Raum „kommt nach vorne“.
04

Glue · Klebewirkung

Einzelne Spuren verschmelzen zu einem geschlossenen Klangkörper. Der Mix wirkt „aus einem Guss“. Subtile Bus-Kompression bei der Arbeit.

Hörbar: Drums und Bass werden zur Einheit.
05

Mehr Lautheit, gleiche Spitze

Der Mix wirkt subjektiv lauter, ohne dass die Pegelspitzen höher sind. Eine dichte, volle Wand statt einzelner Highlights. Zu viel davon klingt aber gedrückt und langweilig.

Hörbar: Mix oder Einzelspur wirkt „dichter“.
06

Sättigung & Charakter

Bei aggressiverer Kompression hörst du eine warme oder beißende Sättigung – je nach Typ. Röhre wärmt, FET beißt, VCAs bleiben clean. Schnelle Attack-/Release-Zeiten erzeugen zusätzliche Verzerrung.

Hörbar: Stimme bekommt „Schmelz“ oder Charakter.
Cheatsheet by Loewenklang

Kompressor-Einstellungen pro Signalquelle.

Klassische Ausgangswerte aus der Studio-Praxis: Sie dienen als Startpunkt, ab dem du von dort aus die Kompressoreinstellungen weiter feinjustierst. Je nach Kompressortyp, Stil und Soundquelle können auch mal ganz andere Einstellungen besser klingen. Höre also genau hin.

E-Bass · Finger

Sustain glätten, Druck halten

Klassisches Fingerspiel hat starke Anschlagsdynamik. Kompression bringt konstanten Druck und gleichmäßiges Sustain.

  • Ratio4:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR3 – 6 dB
Tipp: Opto-Style (LA-2A) gibt schöne Wärme.
E-Bass · Slap

Slap-Peaks zähmen

Slap und Pop erzeugen extreme Transienten. Hier muss der Kompressor schnell reagieren, ohne den Body zu verlieren.

  • Ratio4:1 – 8:1
  • Attack1 – 5 ms
  • Release80 – 150 ms
  • GR3 – 8 dB
Tipp: Zwei Stages — schneller 1176 für Slap-Peaks, weicher LA-2A für Sustain.
Synth-Bass

Sanftes Glätten

Synth-Bass ist meist schon dynamikarm — wenig Comp nötig. Mehr für Klangfärbung als für Pegelkontrolle.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack5 – 20 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Sättigung statt Kompression bringt oft mehr Charakter.
Sub-Bass · 808

Konstanz im Tieftonbereich

Im Sub-Bereich entscheidet konstanter Druck. Hartes Komprimieren zerstört allerdings schnell den Tiefton-Hub.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Lieber sanft komprimieren und mit Limiter zähmen.
Bass-Bus

Glue für alle Bass-Layer

Wenn du E-Bass + Synth-Bass + Sub layern, hilft eine sanfte Bus-Kompression, alles zusammenzuhalten.

  • Ratio2:1
  • Attack30 ms
  • ReleaseAuto / 100 ms
  • GR1 – 2 dB
Tipp: Subtilität — über 2 dB GR im Bass-Bus klingt schnell starr.
Kick Drum

Druck nach vorne

Beater-Click muss durch — danach den Body kontrollieren. Release etwa zur nächsten Kick.

  • Ratio4:1 – 6:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release80 – 150 ms
  • GR3 – 6 dB
Tipp: Auto-Release funktioniert auf Kick oft erstaunlich gut.
Snare

Punch erhalten, Body kontrollieren

Genug Attack-Zeit, damit der Crack durchkommt. Release lang genug, um den Body nicht abzuschneiden.

  • Ratio4:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Für mehr Snap → Attack langsamer, nicht Ratio höher.
Hi-Hat

Transienten kontrollieren

Hi-Hats brauchen meist nur leichte Comp — vor allem zur Bändigung lauter Akzent-Hits.

  • Ratio3:1
  • Attack5 – 10 ms
  • Release30 – 80 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Oft reicht eine sanfte Comp + EQ-Cut bei harten Akzenten.
Tom-Toms

Sustain bewahren

Toms haben langes Sustain — das willst du behalten. Release lang genug, sonst klingen die Toms abgehackt.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Bei Live-Drums Gate vor dem Comp einsetzen.
Overheads

Becken nicht matschig machen

Overheads tragen die Cymbals. Zu starke Comp killt die Brillanz und macht Becken stumpf.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Glue-Comp sanft, Limiter für Peak-Schutz.
Room Mics

Glamour-Sound

Hier darf’s krachen. Extrem komprimierte Room Mics geben den klassischen „großen“ Drum-Sound.

  • Ratio4:1 – 10:1
  • Attack1 – 5 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR5 – 15 dB
Tipp: 1176 mit „all buttons in“ ist der Klassiker.
Drum-Bus

Glue & Kohärenz

Sanftes „Zusammenkleben“ der Drums. Hier ist weniger immer mehr – schon 2 dB GR machen einen Unterschied.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 30 ms
  • ReleaseAuto / 50 – 100 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Klassiker: SSL-Bus-Style mit Auto-Release.
Parallel Drum Comp

Aggressiver Layer

Ein paralleler Bus mit aggressiver Kompression, sanft zum Original geblendet — bringt Power ohne Punch zu killen.

  • Ratio8:1 – 20:1
  • Attack1 – 5 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR8 – 15 dB
Tipp: Sanft dazu blenden — nicht ersetzen, sondern verstärken.
Claps

Stack-Konsistenz

Bei mehrlagigen Clap-Stacks für gleichmäßigen Pegel und Layer-Glue.

  • Ratio4:1
  • Attack5 – 10 ms
  • Release30 – 80 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Transient-Shaper als Alternative zur Kompression testen.
E-Gitarre · Clean

Konsistenz für Begleitung

Clean Guitars haben starke Dynamik durch Anschlag und Pickups. Comp gleicht Akkord-Anschläge aus.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 6 dB
Tipp: Bei Funk-Gitarre mit Slap-Style → Attack schneller.
E-Gitarre · Verzerrt

Wenig zusätzlich nötig

Verzerrung ist schon Kompression. Hier reicht oft sehr wenig zusätzlicher Comp — eher zur Klangfärbung.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release100 ms
  • GR1 – 3 dB
Tipp: Clean-Gitarren brauchen oft mehr Comp als verzerrte.
Akustik-Gitarre

Dynamik erhalten

Behutsam komprimieren. Anschlagsdynamik gehört zum Charakter — sanft glätten, nicht abflachen.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Opto-Style (LA-2A) klingt hier besonders musikalisch.
Gitarren-Bus

Layer-Glue

Bei Stereo-Doubles oder mehreren Gitarren-Spuren hält ein sanfter Bus-Comp das Ganze zusammen.

  • Ratio2:1
  • Attack30 ms
  • ReleaseAuto
  • GR1 – 3 dB
Tipp: Bei breiten Stereo-Layers Mid/Side-Comp ausprobieren.
Klavier · Solo

Behutsam glätten

Solo-Klavier lebt von Anschlagsdynamik. Sehr sanft komprimieren — nur die wirklich harten Peaks zähmen.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Bei Klassik oder Solo-Performance lieber ganz auf Comp verzichten.
Klavier · in Mix

Konsistenz und Druck

Im dichten Mix muss das Klavier behaupten. Hier mehr Comp als beim Solo — sonst geht es im Mix unter.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Bei Pop-Balladen Sidechain vom Vocal erwägen für mehr Klarheit.
Rhodes · E-Piano

Tine-Magie verstärken

E-Piano reagiert wunderbar auf sanfte Comp. Der charakteristische Tine-Sound wird dadurch sogar verstärkt.

  • Ratio3:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Opto-Style (LA-2A) ist für Rhodes der Klassiker schlechthin.
Wurlitzer

Bell-Sound erhalten

Wurli-Klaviere haben einen typischen Bell-Charakter im Anschlag. Attack langsam genug, damit dieser durchkommt.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 20 ms
  • Release80 – 150 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Mit Tube-Saturation kombinieren für authentischen Vintage-Charakter.
Hammond · Orgel

Sustain stabilisieren

Orgel hat keine echten Transienten — Attack darf langsam sein. Comp glättet vor allem dynamische Manual-Wechsel.

  • Ratio3:1
  • Attack20 – 50 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Beim Leslie-Effekt erst komprimieren, dann durchs Cabinet — nicht andersrum.
Keys-Bus

Glue für Keys-Layer

Bei Klavier + Rhodes + Pad-Layer hält ein sanfter Bus-Comp das Ganze musikalisch zusammen.

  • Ratio2:1
  • Attack30 ms
  • ReleaseAuto
  • GR1 – 2 dB
Tipp: Sehr behutsam — über 2 dB GR macht die Keys statisch.
Mix-Bus · Glue

Sanftes Glue, mehr Lautheit

Auf dem Mix-Bus ist Subtilität King. Mehr als 3 dB GR und der Mix verliert seine Tiefe.

  • Ratio1.5:1 – 2:1
  • Attack30 – 100 ms
  • ReleaseAuto / 100 – 300 ms
  • GR1 – 3 dB
Tipp: Langsamer Attack erhält die Transienten — wichtig für Lebendigkeit.
Mix-Bus · Aggressive

Stilistisch dichte Wand

Bei EDM, Hip-Hop und modernem Pop darf die Bus-Comp aggressiver werden — bewusst als Stilmittel.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Nur bei stilistisch passendem Genre — bei Akustik-Pop fehl am Platz.
Master-Bus

Finale Klangformung

Ganz minimalistisch. Der nachfolgende Limiter übernimmt das Heavy Lifting für die Lautheit.

  • Ratio1.5:1 – 2:1
  • Attack30 ms
  • ReleaseAuto
  • GR1 – 2 dB
Tipp: Beim Mastering vor allem als Glättung, nicht als Lautmacher.
Parallel Mix-Comp

Verstärkung statt Ersatz

Aggressiv komprimierte Parallel-Spur des Mixes, sanft dazu geblendet. Bringt Power ohne Dynamik zu zerstören.

  • Ratio8:1 – 10:1
  • Attack1 – 5 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR8 – 15 dB
Tipp: Mit –20 dB blenden, dann langsam hochziehen bis es „greift“.
Streicher · Solo

Bewegung erhalten

Solo-Streicher leben von Phrasierung und Bow-Bewegung. Sehr behutsam komprimieren — oder ganz weglassen.

  • Ratio2:1
  • Attack30 – 50 ms
  • Release200 – 400 ms
  • GR1 – 3 dB
Tipp: Bei Solo-Geige oder Cello oft besser nur Volume-Automation.
Streicher-Sektion

Layer-Glue

Die ganze Sektion bekommt sanfte Comp für ein homogenes Klangbild. Lange Attack-Zeiten erhalten den Bow-Anschlag.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack20 – 40 ms
  • Release200 – 400 ms
  • GR2 – 3 dB
Tipp: Bei Layered Sample-Libraries weniger Comp als bei Live-Aufnahmen nötig.
Holzbläser

Sektion behutsam glätten

Holzbläser haben ihren eigenen, fragilen Charakter. Solo-Flöte oder -Klarinette mit minimaler Comp, ganze Sektion etwas mehr.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release100 – 300 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: De-Esser oder dynamic EQ helfen bei harten Konsonanten der Klarinette.
Blechbläser

Peaks zähmen

Trompeten und Posaunen haben extreme Pegelspitzen. Mehr Comp als bei Holzbläsern, sonst übersteuern sie schnell den Mix.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack5 – 20 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Bei Solo-Trompete schnellerer Attack — High-Notes wollen sonst durchstechen.
Pauken · Timpani

Druck und Sustain

Pauken funktionieren wie orchestrale Tom-Toms. Sustain bewahren, Anschlag durchlassen.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack10 – 30 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Bei dramatischen Rolls Auto-Release oft musikalischer als feste Werte.
Orchester-Bus

Final Glue, ganz sanft

Auf dem Master-Bus des Orchesters: ganz behutsam. Klassik und Filmmusik leben von Dynamik — nicht zerstören.

  • Ratio1.5:1 – 2:1
  • Attack30 – 100 ms
  • ReleaseAuto
  • GR1 – 2 dB
Tipp: Über 2 dB GR im Orchester-Bus zerstört die Größe der ppp-zu-fff-Bewegung.
Shaker

Hochfrequenz-Transienten zähmen

Shaker liegen oben — hier reagiert das Ohr empfindlich. Wenig Comp, vor allem zur Pegel-Konsistenz.

  • Ratio4:1
  • Attack5 – 10 ms
  • Release30 – 80 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Hi-Frequenz-Material verzeiht keine harte Comp.
Tambourine

Druck mit Kontrolle

Etwas mehr Comp möglich als beim Shaker — Tambourine hat mehr Punch und verträgt mehr.

  • Ratio4:1
  • Attack5 – 10 ms
  • Release30 – 80 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Bei lauten Hits (Refrain) HPF im Sidechain erwägen.
Congas · Bongos

Hand-Drums Druck

Hand-Drums haben starke Anschlagsdynamik. Comp bringt konstanten Druck und Layer-Stabilität.

  • Ratio4:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Bei Live-Aufnahmen meist mehr Comp nötig als bei Samples.
Cowbell · Wood-Block

Kurze Transienten

Sehr kurze Hits mit klarem Tonal-Charakter. Attack langsam genug, um die Klangfarbe zu behalten.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack10 ms
  • Release50 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Oft mit De-Esser kombinieren bei harten Akzenten.
Percussion-Bus

Layer zusammenhalten

Bei mehreren Percussion-Spuren bringt sanfte Bus-Comp Konsistenz und Layer-Glue.

  • Ratio2:1
  • Attack30 ms
  • ReleaseAuto
  • GR1 – 3 dB
Tipp: Sidechain vom Kick erwägen, damit Perc den Beat nicht überschattet.
Synth-Lead

Konsistenz und Druck

Lead-Synths leben von Präsenz. Comp hält die Linie stabil über den Mix, auch bei dynamischen Passagen.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR2 – 5 dB
Tipp: Bei Mod-Wheel-Performances ist Comp wichtiger als bei stehenden Notes.
Synth-Pad

Sanft glätten, Charakter erhalten

Pads leben von langen Bewegungen und Schwellen. Sehr behutsam komprimieren — sonst ist die Atmosphäre weg.

  • Ratio2:1
  • Attack20 – 50 ms
  • Release200 – 500 ms
  • GR1 – 3 dB
Tipp: Oft reicht hier auch ganz ohne Comp — nur EQ und Reverb.
Pluck · Arp

Transienten kontrollieren

Plucks und Arps haben oft kurze, harte Anschläge. Comp glättet diese ohne den Pluck-Charakter zu verlieren.

  • Ratio3:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Attack langsam genug, damit der Pluck-Anschlag bleibt.
Synth-Stab · Hit

Punch konsistent halten

Stabs müssen jedes Mal gleich knallen. Comp sorgt für Stack-Konsistenz, ohne den Hit zu erweichen.

  • Ratio4:1
  • Attack5 – 15 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Transient-Shaper kann hier Wunder wirken — alternativ oder zusätzlich.
Synth-Bus

Glue für Synth-Layer

Bei mehreren Synth-Spuren (Lead, Pad, Pluck, Sub) hält sanfte Bus-Comp das Ganze zu einer Einheit zusammen.

  • Ratio2:1
  • Attack30 ms
  • ReleaseAuto
  • GR1 – 2 dB
Tipp: Bei breitem Stereo-Layer Mid/Side-Comp testen.
Lead Vocal · Pop / R&B

Klar & präsent

Glättet Dynamik-Sprünge, hält die Stimme stabil nach vorne, ohne ihren Charakter zu verlieren.

  • Ratio3:1 – 4:1
  • Attack5 – 10 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 6 dB
Tipp: Zwei sanfte Stufen klingen oft natürlicher als eine harte.
Lead Vocal · Rock / Belt

Aggression kontrollieren

Belt-Performances haben extreme Pegelspitzen. Schnellerer Attack zähmt sie, ohne den Charakter zu killen.

  • Ratio4:1 – 6:1
  • Attack1 – 5 ms
  • Release30 – 80 ms
  • GR4 – 8 dB
Tipp: Vor dem Comp einen Clipper für die härtesten Peaks.
Backing Vocals

Layer zusammenhalten

BVs sollen die Lead unterstützen, nicht überschatten. Stärker komprimiert als Lead — gleichmäßiger Stack.

  • Ratio4:1
  • Attack5 – 10 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 6 dB
Tipp: BV-Bus mit zusätzlicher leichter Comp gibt extra Glue.
Rap · Spoken Word

Druck & Konsistenz

Mehr Druck und dichtere Klangwand als bei Gesang. Kompression wirkt hier stilbildend.

  • Ratio4:1 – 6:1
  • Attack1 – 5 ms
  • Release30 – 60 ms
  • GR4 – 8 dB
Tipp: Serielle Kompression (zwei Stages) ist hier Standard.
Doubles · Stacks

Saubere Dynamik

Phase-aligned Doubles brauchen weniger Comp als wild aufgenommene. Hauptzweck: Layer-Konsistenz.

  • Ratio4:1
  • Attack5 ms
  • Release50 – 100 ms
  • GR3 – 5 dB
Tipp: Bei nicht-phase-aligned Stacks erst alignen, dann komprimieren.
Adlibs

Akzente kontrollieren

Adlibs werden oft bewusst aggressiv komprimiert — als stilistisches Mittel und für Konsistenz im Hintergrund.

  • Ratio4:1 – 6:1
  • Attack1 – 5 ms
  • Release30 – 60 ms
  • GR4 – 8 dB
Tipp: Saturation/Distortion oft zusätzlich für extra Charakter.
Choir · Group Vocals

Natürlich glätten

Group Vocals sollen organisch klingen. Behutsam komprimieren — sonst wirkt der Chor flach und steril.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 20 ms
  • Release100 – 200 ms
  • GR2 – 4 dB
Tipp: Opto-Style-Comp passt hier oft perfekt.
Vocal-Bus

Glue für alle Vocal-Spuren

Auf dem Bus über Lead + BVs + Doubles. Hält alle Vocal-Elemente zu einer einheitlichen Front zusammen.

  • Ratio2:1 – 3:1
  • Attack10 – 30 ms
  • ReleaseAuto / 100 ms
  • GR1 – 3 dB
Tipp: Vor dem Reverb-Send platzieren für homogeneren Raum.

Wichtig: Diese Werte sind lediglich Orientierungspunkte, keine festen Gesetze. Bei jeder Kompressoreinstellung musst du dein Ohr fragen: Klingt es gut und erfüllt es den Zweck? Erst dann ist die Einstellung richtig — egal, ob die Zahl auf dem Bildschirm exakt zu unserer Liste passt.

Werte am Trainer prüfen
Warum es sich lohnt

Von Presets zu eigenen feinen Kompressor-Einstellungen.

Kompression ist für die meisten Producer am Anfang ein Mysterium. Wie klingt Kompression eigentlich und wie viel ist wann genau richtig? Jedenfalls weißt du, dass du sie brauchst und du weißt, dass die Profis sie gezielt einsetzen – manchmal dezent, manchmal stark und effekthaft.

Dann kommt der Moment, in dem es klick macht. Du arbeitest an deinem Track und weißt sofort: „Hier kann die Ratio kann noch einbisschen mehr sein und der Release etwas länger.“ Oder du hörst eine Rap-Vocalspur und denkst: „Die wurde mit zu schnellem Attack komprimiert – der Punch fehlt.“

Ab diesem Moment ist Kompression kein Tool mehr, das du benutzt. Sie wird zur Sprache, die du sprichst. Und genau das unterscheidet Anfänger von Profis: Anfänger raten, Profis treffen bewusste Entscheidungen.

Der Kompressions-Trainer ist dabei dein direkter Pfad zum Profi-Gehör. Die richtige Comp-Einstellungen zu finden, übst du nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Du hörst, vergleichst, entscheidest – genau so, wie es bei einem echten Mix-Prozess läuft.

Mit etwas Training wird Kompression für dich zur bewussten Entscheidung – und genau das hebt deine Mixes auf das nächste Level.

Häufige Fragen

Antworten zum Kompressions-Trainer.

Kompression zu hören ist deutlich schwieriger als Frequenzen zu erkennen – plane mehr Zeit ein. Mit täglich 10 Minuten merkst du erste Fortschritte nach 3–4 Wochen. Sicheres Erkennen in der Praxis dauert meist 3–8 Monate. Wichtig: Übe an unterschiedlichem Material – Vocals, Drums und Bass reagieren komplett anders auf Kompression.
Pumping ist das hörbare „Atmen“ eines Mixes oder eines Sounds. Breathing beschreibt das gleiche Phänomen subtiler, oft auf Vocal-Bus-Kompression bezogen. Glue ist die Klebe-Wirkung sanfter Bus-Kompression: Einzelne Spuren verschmelzen zu einem zusammenhängenden Mix. Pumping und Breathing sind oft Fehler – Glue ist meist gewollt.
Ja, deutlich. FET-Kompressoren (z. B. 1176) klingen aggressiv, schnell und färben den Sound. Opto-Kompressoren (z. B. LA-2A) wirken weich und musikalisch. VCA-Kompressoren (z. B. SSL-Bus) bleiben sauber und transparent. Röhren-Kompressoren (z. B. Vari-Mu) wärmen das Signal durch harmonische Verzerrung.
Nein. Der Trainer liefert dir die komprimierten und unkomprimierten Versionen direkt. Empfehlenswert ist es aber, zusätzlich in deiner DAW zu experimentieren: Lege einen Kompressor auf eine Drum-Gruppe und drehe gezielt an Threshold, Attack und Release, während du dabei aufmerksam zuhörst. Die Kombination aus Theorie + Trainer + Praxis ist der schnellste Lernweg.
Ein Limiter ist im Prinzip ein Kompressor mit sehr hoher Ratio (∞:1) und meist sehr schnellem Attack. Während ein Kompressor das Signal über dem Threshold sanft reduziert, lässt ein Limiter buchstäblich nichts darüber. In der Praxis: Kompressor zum Formen des Klangs, Limiter zum Schutz vor Übersteuerung und für maximale Lautheit beim Mastering.
Multiband-Kompression ist die nächste Stufe und benötigt zusätzlich ein gutes Frequenz-Gehör (zum Tool: Frequenzen erkennen). Wenn dein Gehör gut auf Kompressionsverhalten und Frequenzen trainiert ist, probier dich mal an einem Multibandkompressor in deiner DAW.